Naturwissenschaftlich-Technologisches und Wirtschaftswissenschaftliches Gymnasium

Informationen zur Zweigwahl in der 7. Jahrgangsstufe

1. Überblick

Das Gymnasium Ernestinum bietet zwei Ausbildungsrichtungen: das Naturwissenschaftlich-technologische Gymnasium (NTG) und das Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Gymnasium mit wirtschaftlichem Profil (WSG-W).

Größer als die Unterschiede sind die Gemeinsamkeiten von NTG und WSG-W. In beiden Ausbildungsrichtungen ist die Wochenstundenzahl in allen Jahrgangsstufen identisch. Auch hinsichtlich des Nachmittagsunterrichts bestehen keine Unterschiede. In den Jahrgangsstufen 5, 6 und 7 bestehen keine Unterschiede in Stundentafeln oder Lehrplänen aller Fächer (abgesehen von der Wahl von Latein oder Französisch als 2. Fremdsprache). In den Fächern Religion, Deutsch, Englisch, Französisch, Latein, Mathematik, Biologie, Geschichte, Geographie, Kunst, Musik und Sport sind Stundentafeln und Lehrpläne in allen Jahrgangsstufen identisch!

Die Unterschiede beschränken sich auf die Fächer Physik, Chemie, Informatik, Wirtschaft und Recht, Wirtschaftsinformatik und Sozialkunde in den Jahrgangsstufen 8, 9 und 10.

·       Physik ist bei beiden Ausbildungsrichtungen ab der Jahrgangsstufe 8 Kernfach (d.h. es werden Schulaufgaben geschrieben). Am NTG wird Physik in den Klassen 8, 9 und 10 jeweils dreistündig, am WSG-W nur zweistündig unterrichtet.

·       Chemie ist nur am NTG Kernfach. Dort wird Chemie in den Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 jeweils dreistündig unterrichtet. Am WSG-W setzt der Chemieunterricht erst in der Jahrgangsstufe 9 mit zwei Wochenstunden ein.

·       Informatik ist am NTG in den Jahrgangsstufen 9 und 10 eigenständiges Pflichtfach mit jeweils zwei Wochenstunden. Am WSG-W wird stattdessen Wirtschaftsinformatik in den Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 jeweils zwei- oder dreistündig unterrichtet.

·       Sozialkunde wird am NTG in der Jahrgangsstufe 10 einstündig, am WSG-W in den Jahrgangsstufen 9 und 10 je zweistündig unterrichtet.

Eine Übersicht über alle Fächer bieten die Stundentafeln der Ausbildungsrichtungen (aufgeführt ist der Pflichtunterricht ohne Wahlunterricht oder freiwillige Intensivierungsstunden):

a)   Naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium (NTG):

 

Jgst. 5

Jgst. 6

Jgst. 7

Jgst. 8

Jgst. 9

Jgst. 10

Religion/Ethik

2

2

2

2

2

2

Deutsch

5

4

4

4

4

3

Englisch

5

4

3

3

3

3

Latein oder Französisch

-

4

4

4

3

3

Mathematik

4

4

4

3

4

3

Physik

-

-

-

3

3

3

Informatik

-

-

-

-

2

2

Chemie

-

-

-

3

3

3

Biologie

-

-

-

2

2

2

Natur und Technik

3

3

3

-

-

-

Geschichte

-

2

2

2

2

1

Sozialkunde

-

-

-

-

-

1

Geographie

2

-

2

2

-

2

Wirtschaft und Recht

-

-

-

-

2

2

Kunst

2

2

2

1

1

1

Musik

2

2

2

1

1

1

Sport

3

3

3

2

2

2

Pflicht-Intensivierung

2

2

1

-

-

-

Summe

30

32

32

32

34

34

 

b)  Wirtschafts- und sozialwissenschaftliches Gymnasium mit wirtschaftlichem Profil (WSG-W):

 

Jgst. 5

Jgst. 6

Jgst. 7

Jgst. 8

Jgst. 9

Jgst. 10

Religion/Ethik

2

2

2

2

2

2

Deutsch

5

4

4

4

4

3

Englisch

5

4

3

3

3

3

Latein oder Französisch

-

4

4

4

3

3

Mathematik

4

4

4

3

4

3

Physik

-

-

-

2

2

2

Chemie

-

-

-

-

2

2

Biologie

-

-

-

2

2

2

Natur und Technik

3

3

3

-

-

-

Geschichte

-

2

2

2

2

1

Sozialkunde

-

-

-

-

2

2

Geographie

2

-

2

2

-

2

Wirtschaft und Recht

-

-

-

2

2

2

Wirtschafts-informatik

-

-

-

2

2

3

Kunst

2

2

2

1

1

1

Musik

2

2

2

1

1

1

Sport

3

3

3

2

2

2

Pflicht-Intensivierung

2

2

1

-

-

-

Summe

30

32

32

32

34

34

 

Das für die Oberstufe nötige Grundwissen und damit die Wahlmöglichkeiten sind in beiden Zweigen am Ende der 10. Klasse gleich, mit Ausnahme von Informatik bzw. Wirtschaftsinformatik. Das Wahlfach Informatik steht dann nur den Schülerinnen und Schülern des NTG offen, das Wahlfach Wirtschaftsinformatik wiederum nur Schülerinnen und Schülern des WSG-W. Beide Ausbildungszweige führen zur allgemeinen Hochschulreife. Es gilt somit der Grundsatz, dass jeder Abiturient des Gymnasiums prinzipiell (von Zulassungsbeschränkungen abgesehen) jedes beliebige Studium ergreifen kann (egal, welche Schwerpunkte in der Gymnasialzeit gelegt wurden).

 

2. Ergänzungen zum Profil der Ausbildungsrichtungen

a) Das naturwissenschaftlich-technologische Gymnasium (NTG)

Um Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft zu finden, kommt den Naturwissenschaften eine zentrale Schlüsselstellung zu: bei der Entwicklung alternativer Energiequellen (um nicht mehr von sich verteuernden und rar werdenden fossilen Rohstoffen abhängig zu sein), beim Klimaschutz, bei der Bekämpfung von Krankheiten oder auch der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung.

Die Informationstechnologie ist aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken: Ihr Einfluss reicht von der chipgesteuerten Waschmaschine über den „normalen“ Computer am Arbeitsplatz bis zum mobilen Internet per Handy und begleitet uns so wahrlich auf Schritt und Tritt. Millionen deutscher Bankkunden können nicht mehr bargeldlos zahlen, wenn der Chip auf ihren Karten fehlerhaft ist.

Der naturwissenschaftliche Zweig bietet die Möglichkeit, hier wesentliche Grundlagen und Schlüsselqualifikationen zu erwerben. Die Ausbildungsrichtung vermittelt Wissen, das für das Verständnis der Welt, in der wir leben, notwendig ist, und legt Grundlagen für eine Weiterführung der Naturwissenschaften.

In Physik und Chemie bietet der höhere Stundenumfang am NTG die Möglichkeit, in größerem Umfang praktische Fähigkeiten und Teamarbeit in Schülerexperimenten zu trainieren. Außerdem können die Inhalte in vielen Bereichen vertieft unterrichtet werden. Darüber hinaus bietet der erhöhte Stundenumfang in diesen Fächern die Möglichkeit zu interessanten Ergänzungen, die über den allgemein verbindlichen Stoff hinausgehen. Als Beispiel ist das Projekt „Solarklasse“ zu nennen; nähere Information hierzu kann der Homepage des Ernestinum entnommen werden (www.ernestinum-coburg.de, Menüpunkt „Schulleben“.)

Im Fach Informatik wurden in der 6. und 7. Jahrgangsstufe Grundkenntnisse zur Anwendung fertiger Software erworben. In Ergänzung dieser Grundkenntnisse bearbeiten die Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 9 und 10 zunehmend Aufgabenstellungen, die es erfordern, bestehende Programme für eigene Anwendungen nutzbar zu machen und anzupassen. Weitere Aspekte sind z. B. Datenbanken, Datensicherung, Datenschutz und auch das Erstellen eigener Programme. Der Informatikunterricht bietet den Schülerinnen und Schülern somit die Möglichkeit ein Basiswissen zur Funktionsweise und zu den Möglichkeiten und Grenzen informationstechnischer Systeme zu erwerben, das zeitbeständig ist und über bloße Bedienerfertigkeiten hinausgeht.

b) Das wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Gymnasium
mit wirtschaftlichem Profil (WSG-W)

In unserer hochspezialisierten, sich globalisierenden Industrie- und Informationsgesellschaft wird es zunehmend wichtiger, dass die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen erwerben, die sie befähigen, den Anforderungen einer sich ständig wandelnden Arbeitswelt gerecht zu werden. Unternehmen erwarten eine schnelle Auffassungsgabe zu betrieblichen Abläufen, besonders auf höheren beruflichen Positionen, die Soziale Marktwirtschaft braucht verstärkt mündige Bürger, die einen eigenen Sachverstand zu wirtschaftspolitischen Themen haben und sich mit diesem in die Gemeinschaft einbringen wollen. Nicht zuletzt muss sich jeder selbst mit ökonomischen Fragen rund um den eigenen Haushalt beschäftigen, z. B. wie lege ich mein Geld sinnvoll an, welche Gefahren lauern dabei oder welche Rechte kann der Kunde bei einem Sachmangel gegenüber dem Verkäufer geltend machen.

Dabei erfahren die Jugendlichen auch, wie ihr eigenes Handeln durch die beschränkte Verfügbarkeit von Gütern sowie durch die Entscheidungen und Rechte  anderer beeinflusst wird. Sie sehen so die Grenzen des wirtschaftlich Machbaren und rechtlich Erlaubten. Zusätzlich wird den Schülern bewusst gemacht, wie der europäische Einigungsprozess und globale Entwicklungen den Alltag zunehmend prägen.

Das Fach Wirtschaft und Recht vermittelt grundlegende Kenntnisse zu wirtschaftlichen und rechtlichen Entscheidungssituationen im Haushalt (z.B. Haushaltsplan), in Unternehmen (z.B. Gründung) und im Staat (z.B. Sozialversicherungen). Der im WSG-W erhöhte Unterichtsumfang lässt es zu, dass die Schülerinnen hier stärker vertiefte Kenntnisse erwerben können. Mit seinem Praxisbezug hat das Fach eine Schlüsselstellung im Kontakt der Schule zur Arbeitswelt. Dieser wird besonders im WSG-W z. B. durch Betriebserkundungen, Expertenreferate und Betriebspraktika gepflegt.

Das nur am WSG-W unterrichtete Fach Wirtschaftsinformatik kann grundsätzlich in zwei große Themengebiete eingeteilt werden: die informationstechnischen Vorgänge und die betriebswirtschaftlichen Prozesse. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen betriebswirtschaftliche Abläufe wie der Einkauf von Material oder der Verkauf von Erzeugnissen, die mit Hilfe von Prozessketten analysiert und deren Wertveränderungen im Rechnungswesen abgebildet werden (Buchführung, Kostenrechnung und Bilanzanalyse). Diese Prozesse werden auch informationstechnisch bearbeitet (vor allem mit Tabellenkalkulation und Datenbanken). Das WSG-W bietet damit die Gelegenheit, ein gutes Verständnis für die Geschäftsprozesse in und um Unternehmen zu entwickeln – eine Voraussetzung, die viele Unternehmen bei der Einstellung von neuen Mitarbeitern erwarten! Dieses Wissen kann aber nicht nur für den Beruf gebraucht werden, sondern eröffnet dem Schüler ganz neue Kenntnisse, die sein Verhalten als Verbraucher und mündiger Bürger mitprägen werden.

Auch Sozialkunde wird im WSG-W vertieft unterrichtet; dabei können z. B. Themenbereiche wie Toleranz und Achtung der Menschenwürde oder die Wirkung der Medien und der reflektierte Umgang mit ihnen eingehender betrachtet werden als am NTG.

Kontakt

Gymnasium Ernestinum Coburg

Untere Realschulstraße 2
96450 Coburg
Tel. 09561 - 894400
Fax. 09561 - 894444
sekretariat@ernestinum.coburg.de